Wustis Blog

Der Blog über Tobias Wust und seine Reise

Ankunft in Thailand: Bangkok

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Der State Tower

Erster Abend

Nach einem gemütlichen Flug von etwa drei Stunden komme ich in Bangkok an. Da erlebe ich schon die erste schlechte Nachricht. Ich will mein Geld aus Nepal tauschen. Eigentlich wollte ich das ja schon in Nepal gemacht haben. Aber blöderweise gab es dort nach dem Check-In keine Wechselstube mehr, wie ich es von anderen Flughäfen gewohnt war. Und so habe ich mein Geld mit nach Thailand genommen. Hier sagt die freundliche Dame von der Wechselstube mir, dass man das Geld aus Nepal leider nirgendwo tauschen kann. Nun habe ich noch einen Batzen nepalesischer Rupien über, die ich nicht gebrauchen kann. Ich versuche aber jemanden zu finden, der nach Nepal geht, damit ich ihm das Geld verkaufen kann.

Geld hole ich alternativ vom Automaten. Vor der Tür des Flughafen werde ich direkt wieder angesprochen. “Need Taxi?”. Ich sage den Namen des Hotels das ich gebucht habe und der Taxifahrer meint es zu kennen. Er führt mich Richtung seines Taxis aber unterwegs kommt ein Polizist der uns aufhält. Taxis dürfen nur vom offiziellen Taxistand fahren. Der Taxifahrer geht mit dem Polizisten – ich zum offiziellen Taxistand. Da finde ich schnell ein Taxi. Der Fahrer kennt zwar das Hotel nicht aber die Straße. Die ersten Kilometer muss ich mit ihm diskutieren, dass ich wissen will, wie viel die Fahrt kostet. Irgendwann einigen wir uns auf 500 Baht. Etwa 13 Euro. Das ist das schlimme in einem neuen Land. Man hat kein Gefühl dafür, was wie viel kosten kann oder darf. Das wissen die Taxifahrer natürlich auch. Das Hotel erreiche ich trotzdem.

Nachdem die Fahrt schon beeindruckend über eine Stadtautobahn vorbei an leuchtenden Hochhäusern führte, ist mein Hotel, das New Road Guest House, auf einem unscheinbaren Hinterhof. Tatsächlich ist es aber ein schöner Ort. Aus irgendeinem Grund leben hier hauptsächlich Dänen. Die Preisspanne für ein Bett reicht von 150 Baht im Gemeinschaftsraum bis teures Luxuszimmer. Alles ist hell und sauber. Das Guest House verfügt außerdem über ein eingebautes Restaurant und ein Reisebüro. Es gibt eine Dachterrasse, einen DVD-Raum und einen Billardtisch. Genug Möglichkeiten Abends auszuspannen. Es ist mittlerweile nach 21 Uhr. Ich esse noch zu Abend und gehe ins Bett.

Tempel und Kao San

TedfdGrand Palace in Bangkok

Am nächsten Tag will ich mir Bangkok ein wenig ansehen. Dazu laufe ich von meinem Guest House in der Nähe des State Towers Richtung Norden. Unterwegs laufe ich durch Chinatown. Enge Straße mit sehr vielen Straßenständen und alles riecht nach Fisch. Nach Chinatown komme ich in den Bereichn mit den vielen Tempeln. Mal wieder. Es gibt einfach zu viele davon auf der Welt. Und alle sind “einzigartig”, “beeindruckend”, “wunderschön”. Ich hab eigentlich schon genug von Tempeln. Irgendwo in Bangkok in einem der Tempel ist auch die größte liegende Buddha-Statue der Welt, die man unbedingt gesehen haben muss und man muss natürlich unbedingt im Grand Palace gewesen sein. Ich mache keins von beiden. Nach den gefühlt 500 Buddha Figuren, die ich nun gesehen habe, muss ich für die eine keinen Eintritt zahlen und der Palast ist von außen auch ganz nett anzusehen.

Durch die Tempel schlängelt gehe ich nach Kao San. Das ist eine Straße, um die sich die größten Backpackerhorden Thailands tummeln. Es ist laut, voll, überlaufen. McDonalds, PizzaHut, KFC, Disco, Club, Straßenstand. Alles. Ich esse Mittag in einem der unzähligen Restaurants und beobachte einen angetrunken Touristen, der offenbar Sex mit einer Thaidame hatte. Die haben sich nun gestritten und er beleidigt sie wiederholt mit “you are a peace of shit!” – du bist ein Stück Scheiße. Er schmeißt mit Gläsern und mit Bierflaschen. Das Personal versucht ihn zu beruhigen aber er bevorzugt es weiter zu pöbeln. Irgendwann wird die Situation doch entspannter. Die Dame sitzt nun weiter weg und der Charmante Herr gibt sich seinem etwa 5. Bier hin. Zu Bruch gegangen sind scheinbar nur die Gläser und die Biere.

In Kao San kann man also alles sehen und kriegen. Was ich persönlich lustig finde: kleine Stände, die Ausweise verkaufen. Auch hier kriegt man alles. Führerscheine. Presseausweise, Diplome. Wer zu Faul zum lernen ist kommt also am besten nach Thailand. Da ist der Abschluss schnell gemacht! Den Abend schließe ich mit einer Bootsfahrt in Richtung meines Guesthouses ab.

Hangover in der Skybar

Mein zweiter Tag in Bangkok wird ähnlich. Ich spaziere wieder von meinem Guesthouse los. Diesmal zum Lumphini Park. Spektakulär ist er nicht. Angeblich der größte Park Bangkoks aber er ist sehr langweilig. Da waren die Parks in Delhi deutlich schöner. Vom Park geht es weiter ins MBK. Eins der größten Kaufhäuser. Und wieder hat man die Chance alles zu kriegen, was man sich vorstellen kann. Durch Läden für Fake-Rolexuhren , vorbei an China-Ipads und teuren Luxusartikeln wirrt man durch ein 6 -stöckiges Labyrinth aus zu eng gebauten Verkaufsflächen. Vom MBK fahre ich mit dem Skytrain zurück. Das angeblich modernste und fortschrittlichste Verkehrsprojekt Thailand. Langweilig. Eine ganz normale U-Bahn. Das besondere: Sie fährt nicht unter der Erde, sondern komplett auf Stelzen.

Die Goldene Kuppel des State Towers

Abends gehe ich in die Skybar. Das ist etwas besonderes. Sie ist auf dem Skytower und soll tolle Aussicht bieten. Ich gehe in den Turm und schon bin ich in der Welt der reichen und weniger schönen. Personal, das den Fahrstuhl bedient und Damen, die mich in Empfang nehmen, um mir den Weg zu zeigen. 64. Stock. Ich werde von einer Dame begrüßt. “Drink or Dinner?” Natürlich will ich nur etwas trinken. Essen hier muss unbezahlbar sein. Sie sagt, dass es einen Desscode gebe und sie überprüfen müsse, ob das bei mir klar gehe. Ich trage wie üblich meine orange Hose und mein blaues T-Shirt. Nach einer Minute warten kriege ich die Information, dass die eine Ausnahme machen und ich rein darf.

Also werde ich von eine Person nach der anderen geleitet. Das Restaurant ist wie in einer anderen Welt. Wie im Film. Das habe ich noch nicht erlebt. Die Absperrungen, damit man nicht herunterfällt sind aus Glas, damit man Sicht auf die Lichter der ganzen Stadt hat. Es gibt eine Fläche zum essen mit edel gedeckten Tischen und Kerzenschimmer. An einzelnen Tischen sitzen Gruppen von Anzugtragenden Leuten die Essen. Im Bereich weiter hinten gibt es eine dunkel Leuchtende Bar, um die sich ein paar normale fotografierende Touristen tummeln, wo auch ich mich zu begebe aber vor allem die Leute, die es sich leisten können. Die in Anzug oder Abendkleid, mit Cocktail an der Bar beim Smalltalk. Begleitet wird das ganze Szenario von leiser Musik der Jazzband, die natürlich Live spielt.

Die Etikette verlangt natürlich, dass ich auch etwas trinke, wenn ich schon da oben bin. Ich nehme eine Cola. Da hab ich ein Schnäppchen gemacht. Sie kostet mich nur 370 Baht. Also etwa 10 Euro. Wenn es so preiswert ist, dann nehme ich beim nächsten mal doch das Dinner.

Die Aussicht ist natürlich großartig. In allen Richtungen sieht man unendlich weit die Lichter dieser riesigen Stadt. Auf diesem Turm wurden übrigens auch einige Szenen aus Hangover 2 gedreht. Aus gutem Grund.

Blick von der Skybar

Skybar andere Richtung

Wer könnte da Misstrauisch sein?

Nach diesem tollen kurzen Erlebnis gehe ich wieder runter. Essen von einem Straßenstand holen. Das ist am billigsten und – das rede ich mir ein – am frischsten. Außerdem kann man den Leuten direkt beim Kochen zusehen und einschätzen, wie sauber die Angelegenheit ist. Zunächst gibt es Fried Rice mit Schweinefleisch für 50 Baht. Als Dessert einen guten alten Chocolate Banana Pancake für 40 Baht.

 

Ziemlich guter Pancake von der Straße

Nun habe ich aber auf jeden Fall auch schon genug von Bangkok. Hier gibt es sicherlich noch viel mehr zu sehen und zu erleben, als ich es bisher getan habe. Aber mich zieht es zu den Inseln. Bald bin ich in Koh Tao, wo ich meinen Tauchschein machen will! Um nach Koh Tao zu kommen gibt es viele Möglichkeiten. Man muss zunächst nach Chumphon, von dort geht es per Fähre oder Boot weiter nach Koh Tao. Die preiswerteste Variante wäre wohl ein Local Bus nach Chumphon und ein Nachtboot nach Koh Tao. Da müsste man aber eine Nacht in Chumphon bleiben. Wenn ich richtig gerechnet habe, wäre ich dann bei Kosten von etwa 800-900 Baht, um nach Koh Tao zu kommen und bräuchte zwei Tage. Ich habe mich für die Luxusvariante entschieden: ein VIP-Bus, der über Nacht fährt und mich direkt zum Schnellboot bringt. Kosten: Insgesamt 1300 Baht.

Ich habe jetzt noch 4 Stunden bis zur Abfahrt des Busses. Bis dahin entspanne ich noch im Guesthouse, gehe nachher nochmal zu meinem Streetfoodstand und dann geht es los. Ich freue mich!

Und was meint ihr – habe ich Bangkok ausreichend gesehen oder was hättet ihr noch gemacht?

Ein Kommentar

  1. Die Fotos aus dem Tower sind echt schön geworden 🙂
    Ich glaub ich hätte mir als Andenken noch ein Diplom oder irgendwas anderes “wichtiges” gekauft als Andenken.

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