Wustis Blog

Der Blog über Tobias Wust und seine Reise

Über Hadyai nach Penang

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Ein paar der angeblich traditionellen Longtailboote.

Weiter geht es nach Hadyai. Ich bin etwas skeptisch, weil man manchmal ziemlich schlechtes über diesen Ort hört. Mein Reiseführer empfiehlt diesen Ort zu meiden. Man bleibe oft stecken, in der Gegend gebe es manchmal Anschläge und an der Grenze könne es Probleme geben. Aber es ist der schnellste und billigste Weg nach Malaysia zu kommen. Dorthin muss ich nicht nur, weil ich in etwa einem Monat einen Flug von Bali nach Australien habe. Ich muss auch dorthin, weil Bonnie ist Penang ist. Bonnie habe ich im Internet gefunden. Sie hat Thailand just hinter sich gebracht, reist gerade nach Penang und hat bald vor nach Nepal zu reisen. Sie will mir meine übrig gebliebenen nepalesischen Rupien abkaufen.

Von Railey geht es wie gewohnt mit einem der Longtailboote nach Krabi. Dort will ich einen Local Bus nehmen. Es fährt aber keiner rechtzeitig. Daher muss ich leider ein teures Motorradtaxi nehmen. 5 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt des Busses nach Hadyai bin ich am Busbahnhof. Für relativ kleines Geld kriege ich das Ticket nach Hadyai und warte auf den Bus. Es ist wieder ein zweistöckiger und platzfreudiger Reisebus. Ich bin der einzige Tourist im Bus. In dieser Situation kann man sich immer sicher sein, dass man entweder etwas sehr richtig oder sehr falsch gemacht hat. Größter Vorteil daran mit so einem einheimischen Bus zu fahren ist die Mittagspause. Wir halten bei einem Streetfoodstand, bei dem es zu ausgesprochen kleinen Preis eine köstliche und große Portion Reis mit Rind gibt. Von dort geht es direkt weiter nach Hadyai. Ich bin natürlich ein wenig skeptisch als der Bus ankommt.

Allein im MInibus in Hadyai

Allein im MInibus in Hadyai

Ich steige aus dem Bus. Bin noch gar nicht ganz angekommen, da spricht mich schon ein augenscheinlich Offizieller an. Er trägt eine rote Weste mit gelben Reflektorstreifen und einer Nummer auf der Brust und dem Rücken. Ich solle folgen. Befehl erhalten und durchgeführt. Er bringt mich zu einem Reisebüro für Touristen. Ich erkundige mich nach dem Preis für die Fahrt nach Penang und es ist okay. Eine halbe Stunde muss ich noch warten, dann holt mich ein Minibus ab. Die ersten Kilometer bin ich ganz alleine in dem Bus. Er fährt durch kleine zwielichte Straßen Hadyais. Habe ich jetzt für meine eigene Entführung bezahlt? Mit der Zeit steigen aber mehr Leute ein, bis der Bus voll ist. Wir halten wieder irgendwo. Jemand sagt „Passports“ und ohne nachzufragen, geben alle bereitwillig ihre Pässe an den Mann, der irgendwo in einem Gebäude verschwindet. Das ist lustig. Man passt Tag und Nacht wie ein Fuchs auf den Pass auf, aber wenn irgendwer einen irgendwo danach fragt, gibt man ihn einfach weg. Zum Glück kriegen wir ihn aber wieder und verlassen Hadyai. Das war ja einfach.

Die Fahrt dauert wieder einige Stunden. Der Grenzübergang ist interessant. Zuerst kommt ein Grenzübergang, wo man einen Thailand-Ausreisestempel kriegt. Danach fährt man 10 Minuten um einen Grenzübergang zu erreichen, bei dem man einen Malaysia-Einreisestempel kriegt. Da frage ich mich: Was liegt dazwischen? Wer hat die Straße bezahlt? Und wie spät ist es in dieser Zone. Immerhin haben Thailand und Malaysia eine Stunde Zeitverschiebung. Gegen 22 Uhr komme ich in Penang an. 12 Stunden Reise liegen schon hinter mir und ich weiß noch nicht, wo ich eigentlich bin oder unterkommen kann. Ursprünglich war mein Plan nach Ankunft Wifi zu suchen und Bonnie zu fragen, wo sie wohnt. Dafür ist es mir aber schon zu spät und ich will erst einmal irgendwo unterkommen. Mein Reiseführer empfiehlt natürlich ein paar Hostels. Die finde ich zwar schnell, die sind aber auch alle voll. In der Reggeabar finde ich einen Platz in einem Gemeinschaftsraum für etwa 10 Euro. Wucher. Bezahlen soll ich im Voraus. Mein Bus hat mich aber an keinem Geldwechsler aussteigen lassen. Mitten in der Nacht nochmal loslaufen und einen Geldautomaten finden. Irgendwann geschafft. Irgendwann eingecheckt und irgendwann im außerordentlich modernen Dormitory mit eigenem Abteil, eigener Lampe, eigenem Schrank und Spiegel etc. Außerdem hat das Hostel Wifi. Ich kann Bonnie schreiben wo ich bin, damit wir uns am nächsten Tag treffen können.

Ein Kommentar

  1. Na das scheint dann ja doch alles ganz gut geklappt zu haben, freut mich 🙂

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